Personenverzeichnis Kupferkind: Ein Entwurf/ echt unecht oder war es andersrum?/ der kleine Egoist/ das bessere Ich/ ein hirntotes Liebewesen/ die, die das schreibt/ die, die so tut, als ob sie das schreibt/ die, die nicht weiß, aber gerne wissen würde/ die- ach, lest doch selbst! Karla Kolumna: Tochter und Einzelkind der wahrhaftigen Karla Kolumna, kurz KK II. Ausbildung zur Professional-FAQ-Konzeptionistin bei Kürthy&Co. GmbH. Unbezahlt. Weitere sprechen für sich. In Posts. Manchmal.

29 Juli 2006

Kleinanzeige

Suche Zuhause. Bitte melde dich.

23 Juli 2006

Das Leben ist...

Schön.

Karla Kolumna: Es ist heiß, alles schwitzt, Sie - oder duzen wir uns eigentlich mittlerweile?
Kupferkind: Ich habe Ihnen das Sie angeboten um nicht Es sagen zu müssen, bin aber noch nicht bereit Ihnen ein Du zuzugestehen.
Betretenes Schweigen. Karla Kolumna spult auf ihrem Aufnahmegerät zurück, räsuspert sich, drückt den Rec-Knopf und beginnt erneut mit dem Interview.
Karla Kolumna: Es ist heiß, alles schwitzt. Sie werden selbst am Laptop von Wespen umschwärmt, die Hisbollah macht Schlagzeilen
Bedeutungsvoller Blick auf Kupferkinds peinlich gekräuseltem Mund, dessen Winkel kurz nervös zuckt.
und Match Point ist noch immer nicht auf DVD erschienen. Warum sagen Sie dann, dass das Leben schön sei?
Kupferkind: Weil es gesagt werden muss.
Karla Kolumna: Was soll das nun wieder heißen?
Kupferkind: Weil ich mich hier gerne um den Kummer kümmere und nach dem Stimmungstief tauche. Jeder Schmollmund wird abgelichtet. Aber der glückliche Moment wird restlos aufgesogen, aber nicht beschrieben, beklatscht und bebauchtätschelt. Das ist doch schade, oder?
Karla Kolumna: "Mach es wie die Sonnenuhr und zähl die heitren Stunden nur." Das ist nun Ihr Motto?
Kupferkind: Nein, so radikal will ich gar nicht sein. Aber heute tollkühnes Schwärmen. Vielleicht nur einen Moment. Ein Hauch Sommerglück im Sommerloch - wäre das nicht ein lohenswertes Muss?
Karla Kolumna: Meinetwegen. Also: Warum ist das Leben schön, liebes Kupferkind?
Kupferkind: Weil ich gestern Stockbrot gegessen und "Tod auf dem Nil" angesehen habe( Das Beste war, dass ich vor Hercule Poirot wusste, wer die Mörder sind (Ich habe den Film vorher schon zweimal gesehen, vergesse aber für gewöhnlich das Ende.) und der letzte Mord, weil er so herrlich unerwartet und brutal für einen "Agatha Christie"-Mord war.) Weil es heute nur warm, aber nicht schwül ist und ich morgen schwimmen bin. Weil ich ernsthaft Hoffnung habe, heute mein Zimmer aufzuräumen. Weil diese Woche meine Umfrage über den Libanon im Radio gesendet wurde, sie aber vermutlich niemand gehört hat. Weil ich wieder in Stuttgart bin und noch alles so ist, wie es zu sein scheint und zu sein scheinen soll. Weil ich nächste Woche shoppen gehen kann und "Fluch der Karibik 2" als Preview sehen werde. Weil der Himmel blau ist und die Stunden kurz. Weil das niemanden interessiert und ich es trotzdem sage.
Karla Kolumna: Danke für das Gespräch. Wir werden noch sehen wie wir welche Antworten für die nächste Ausgabe verwenden. Bis dahin alles Gute!
Karla Kolumna schiebt das Aufnahmegerät unter die Tischdecke und drückt den DELETE-Knopf und das war mal wieder ein schöner Moment.

22 Juli 2006

Die Funktion eines Online-Tagebuchs - Neuste Ergebnisse

Nach zwei Tagen Bodensee ( Ja, der Bodensee ist schön, schimmert tagsüber türkis, wenn man mit dem RE und einem Baden-Württemberg-Ticket daran vorbeifährt, beim Schottenplatz aussteigt um die Füße am Uferrand im Wasser zu versenken und nur bei vorbeiziehenden Algengeschwülsten empor hebt oder über das Brückengeländer späht. Nein, ich weiß noch nicht wo ich wohnen werde, wenn ich dort studieren darf, wir hatten nette Bettnachbarn in der Jugendherberge in Singen, die einem Bauern zwei Kolrabi vom Feld gestohlen hatten und ja, ich habe die Tagliatelle Rimini erst im letzten Zug nach Singen gegessen aber nein, ich habe das Besteck aus dem italienischen Restaurant nicht behalten, sondern am nächsten Tag wieder zurück gebracht.) schlief ich heute aus, grübelte zwar noch über Studenten-WGs und alpträumte über unpassende Mitbewohner, frühstückte aber lange um schließlich den "Spiegel" und besonders den Titelreport zu lesen. "Ich im Internet" ist nämlich ein kleines Puzzlesstück zur Antwort auf die Frage, was man mit einem Blog macht bzw. was der Blog mit einem macht (siehe Blogeintrag am 24. November 2005, vielleicht auch "Kleiner Egoist"). Über Blogschreiber, allerdings bei MySpace, heißt es "Sie wollen sich selbst ausdrücken, sie wollen mit Freunden in Verbindung treten, und sie wollen ihre Popkultur ausleben." ("Der Spiegel", Nr.29, S. 71). Etwas simple Antwort, allerdings bin ich begeistert von der Idee meine eigene Popkultur auszuleben und somit eine eigene Popkultur zu besitzen! (Das Popkultur ein negativ besetzter Begriff sei, wird nun nicht geäußerte und im Sinne von "Speak now or forever hold your peace! - Stille - Hold your peace." verschwiegen.) Ob Eva Padberg als Mitbloggerin das Popkulturimage aufbessert, weiß ich nicht... Leider sind die im "Spiegel" genannten 0815-Beiträge bei mir noch nicht aufgetaucht, wobei der Satz "Mein neuer PC wird so langsam!" (S. 69) mir nicht so urpopkulturig erscheint wie "Ich schreibe auch darüber, dass ich nach wie vor viel Alkohol trinke."(auch S.69) Ich hoffe jedoch mit der Zeit noch 0815-Sätze entwickeln zu können, die später für diese Popkultur charakterisierend sein werden. Bis dahin wird noch fleißig zitiert, collagiert, bandagiert, versatzpuzzelt und wortverklausuliert; wie auch die Verspiegelstrichung, Klammerkonstrukte, Kommatrubierungen und Verdoppelpunktungen beibehalten werden.

"Oh, ich bin zu leise, hallo, hört ihr mich?" Larissa Vassilian in "Schlaflos aus münchen", Podcast

12 Juli 2006

Miss Big

Gestern war "Sex and the city"-Abend bei ProSieben und seitdem frage ich mich ernsthaft, ob ich mein dreimonatiges Sommerloch (eta meint es muss Abiloch heißen, aber ich bin der Meinung, dass das Abiloch die Zeit zwischem dem Schriftlichem und Mündlichem Abitur war, dass bei mir mit Abizeitung erfolgreich verspachtelt wurde. Da es sich "wie Ferien" anfühlt, es aber auch keine Ferien sind, taufe ich es Sommerloch und kläre die Diskussion für beendet.) mit einer Eine-Serie-Komplett-Anschau-Aktion ausstatten möchte. Obwohl mich die Idee begeistert, gibt es mehrere Probleme:
1. Welche Serie soll es sein? Soll ich mich dem "Sex and the city"-Kommerzhype hingeben um Carries Leitfrage ihrer Kolumne aus jeder Episode zitieren zu können? Schließe ich mich doch noch dem "Friends"-Fanatismus meines Freundeskreises an? Vermiese ich mir den Sommer durch stundenlanges "Startrek", "Buffy" oder "OC California"gucken? Und was für Serien kommen sonst noch in Frage? Was für Serien gibt es überhaupt?
2. Woher bekomme ich die Serien? Aus der Videothek, Bücherei, Internet-Piraterie Kupferkind erblasst, hyperventiliert und wirft kriminelle Gedanken über Bord - Plitsch Piraterie! Platsch Internet!
3. Alleine Serieninsider erfinden und Quadrataugen vom Dauerglotzen besitzen ist blöd. Wer schaut mit?

11 Juli 2006

Der väterliche Patient

Neue Aufgabenverteilung: Kupferkind probiert sich als Krankenschwester.
Arbeitsbeginn: Geweckt durch einen Hilfeschrei, den das Kupferkind allerdings erst als es schlaftrunken in die Küche gewandert war als Traum-fremd und real einstufen konnte. Patient wurde ins Bett gesetzt und nach Verfassung befragt. Befragung erledigte sich durch plastische Darstellung des Leidens und Ausbruch des Krankheitsbildes. Krankenschwester K. flüchtet kurz ins Esszimmer.
Behandlung: Da Krankenschwester K. heute das erste mal praktisch tätig wurde und trotz Wissen über Transmitterwirkung am synaptischen Spalt und Lage der menschlichen Lymphorgane nur unzureichend über die "Wrong-way-round"-Verdauung und evolutionsbedingten Schwindel Bescheid weiß, legt sie die Rot-Kreuz-Schürze ab und übernimmt die Krankenstation-Hausmeisterstelle. Sie wechselt Eimer, redet dem Patienten gut zu und übernimmt die telefonische Korrespondenz mit der Umwelt.
Erfolge: Der Patient schläft, der Arzt kommt, die Krankenschwester pausiert.

07 Juli 2006

Kupferkind geht baden


Wenn man kopflos aufsteht um weiter zu träumen. Freud, ahoi!

"Pack die Badehose ein und dein kleines Schwesterlein..." erinnere ich mich an eine Lieblingskassette meiner Oma. Vorm Badehoseeinpacken muss natürlich aufgeräumt werden ("muss, muss, muss"). Doch dann hole ich den ollen Koffer hervor, den wir schon auf Sylt, Malta, New York und wo auch immer wir in Urlaub waren, manchmal mit, manchmal ohne Oma, dabei hatten und meine Schwester sich, als sie noch klein war, in den Koffer legte und friedlich einschlief. Heute passen weder ich noch sie in unsere Reisetaschen und vermutlich gehen wir diesen Sommer nicht mehr gemeinsam in Urlaub. Deshalb packe ich ja alleine. Krame im Schwimmzeug, entdecke alte Taucherbrillen, mit denen wir an der Nordsee die Krebse im Wasser sehen konnten bevor sie uns zwickten und vermisse meinen Spongebob-Wasserball, der mir im Freibad perdu ging. Ich stecke die Badehose ein, entschließe mich nicht die "Neon" mitzunehmen, da sie mir auf unerklärliche Weise unlesbar und provokant inhaltslos erscheint, obwohl ich den guten Willen einer unkonventionellen und eigentlich liebenswerten Schreibweise und Rubrikengestaltung schätzen sollte, und überhöre die Kirchenglocken, die mich in der Woche vor der Mündlichen Prüfung fast in den Wahnsinn trieben und mir den Zeit(ab)fluss versinnbildlichten. Mittlerweile ist der Himmel trüb und die Sonnelöcher mit Wolkenschichten verspachtelt. "Guten Morgen, guten Morgen, Guten Morgen Sonnenschein" summe ich und denke an den "Sommer vorm Balkon", fühle mich aber wie Sommer unterm Balkon.
Leider vergaß ich, was ich noch einpacken soll. Ein wenig Sonnencreme? Einen Taschenspiegel? Den sauren Apfel oder gar - nichts? Vielleicht hätte ich vorher planen sollen um die zwei Taschentuchpackungen und das T-Shirt gegen verbrannte Schultern einzustecken. Vielleicht packt man lieber zwei Tage vor Abfahrt und Fahrtwind. Aber so muss ich es wohl ausbaden, das ganze Schlamassel.

"Wer seinen Hund töten will, klagt ihn der Tollwut an."
Georges Clemenceau