Die Funktion eines Online-Tagebuchs - Neuste Ergebnisse
Nach zwei Tagen Bodensee ( Ja, der Bodensee ist schön, schimmert tagsüber türkis, wenn man mit dem RE und einem Baden-Württemberg-Ticket daran vorbeifährt, beim Schottenplatz aussteigt um die Füße am Uferrand im Wasser zu versenken und nur bei vorbeiziehenden Algengeschwülsten empor hebt oder über das Brückengeländer späht. Nein, ich weiß noch nicht wo ich wohnen werde, wenn ich dort studieren darf, wir hatten nette Bettnachbarn in der Jugendherberge in Singen, die einem Bauern zwei Kolrabi vom Feld gestohlen hatten und ja, ich habe die Tagliatelle Rimini erst im letzten Zug nach Singen gegessen aber nein, ich habe das Besteck aus dem italienischen Restaurant nicht behalten, sondern am nächsten Tag wieder zurück gebracht.) schlief ich heute aus, grübelte zwar noch über Studenten-WGs und alpträumte über unpassende Mitbewohner, frühstückte aber lange um schließlich den "Spiegel" und besonders den Titelreport zu lesen. "Ich im Internet" ist nämlich ein kleines Puzzlesstück zur Antwort auf die Frage, was man mit einem Blog macht bzw. was der Blog mit einem macht (siehe Blogeintrag am 24. November 2005, vielleicht auch "Kleiner Egoist"). Über Blogschreiber, allerdings bei MySpace, heißt es "Sie wollen sich selbst ausdrücken, sie wollen mit Freunden in Verbindung treten, und sie wollen ihre Popkultur ausleben." ("Der Spiegel", Nr.29, S. 71). Etwas simple Antwort, allerdings bin ich begeistert von der Idee meine eigene Popkultur auszuleben und somit eine eigene Popkultur zu besitzen! (Das Popkultur ein negativ besetzter Begriff sei, wird nun nicht geäußerte und im Sinne von "Speak now or forever hold your peace! - Stille - Hold your peace." verschwiegen.) Ob Eva Padberg als Mitbloggerin das Popkulturimage aufbessert, weiß ich nicht... Leider sind die im "Spiegel" genannten 0815-Beiträge bei mir noch nicht aufgetaucht, wobei der Satz "Mein neuer PC wird so langsam!" (S. 69) mir nicht so urpopkulturig erscheint wie "Ich schreibe auch darüber, dass ich nach wie vor viel Alkohol trinke."(auch S.69) Ich hoffe jedoch mit der Zeit noch 0815-Sätze entwickeln zu können, die später für diese Popkultur charakterisierend sein werden. Bis dahin wird noch fleißig zitiert, collagiert, bandagiert, versatzpuzzelt und wortverklausuliert; wie auch die Verspiegelstrichung, Klammerkonstrukte, Kommatrubierungen und Verdoppelpunktungen beibehalten werden.
"Oh, ich bin zu leise, hallo, hört ihr mich?" Larissa Vassilian in "Schlaflos aus münchen", Podcast

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