Personenverzeichnis Kupferkind: Ein Entwurf/ echt unecht oder war es andersrum?/ der kleine Egoist/ das bessere Ich/ ein hirntotes Liebewesen/ die, die das schreibt/ die, die so tut, als ob sie das schreibt/ die, die nicht weiß, aber gerne wissen würde/ die- ach, lest doch selbst! Karla Kolumna: Tochter und Einzelkind der wahrhaftigen Karla Kolumna, kurz KK II. Ausbildung zur Professional-FAQ-Konzeptionistin bei Kürthy&Co. GmbH. Unbezahlt. Weitere sprechen für sich. In Posts. Manchmal.

29 Juni 2007

Unart II

Vor Sonnenuntergang geht nichts.
Daher starre ich heute nachmittag ungehemmt aus dem Fenster und beobachte einen auf der Straße sitzenden jungen Mann, vermutlich Student. Ich schreibe gerade schon eine ganze Passage wilder Vermutungen über das Schicksal dieser Person, halte den Telefonhörer in der Hand um die Psychologiefachschaft um Hilfe zu bitten, als ein Auto vorfährt, er aufsteht und einsteigt, beide verschwinden, die Straße leer ist. Keine Menschenseele, nur ich stehe am Fenster, das Telefon spricht mit mir "Kein Anschluss...". Tolle Geschichte, Passage gelöscht.

28 Juni 2007

Alles im Diktiergerät

Feigt mich Ohr, ich kann euch hören!
Tintenfässer aufgestellt.
Karawanen ziehen vorüber. Jubeln, schäkern, ungestört.
Ungebrochen weilt im Winkel - trachtend haut sich Einsamkeit, böse lachend auf die Schenkel, bitter im Versteck verkeilt.
Kürzt die Sätze, spitzt die Pointen, zählt den Schlag des Schrittechors.
Speist die Strophen und das Jauchzen, alles ins Gehör des Tors.
Spielt es auf und spult es runter,
macht sie klein, laut, riesig, groß,
wirft die Schatten dieser Töne
auf die Hand in ihrem Schoß.
Und so ward sie, in den Pfützen, nun der Laute Untertan.
Neigt sich ihrer Lachen wegen,
was hat man ihr angetan?

21 Juni 2007

Unart

Ein bisschen sentimental im Herz, große Verwirrung im Hirn und schweigende Vernunft. Was für ein Zustand.

17 Juni 2007

Ausflucht ins feuchte Paradies

zehn-mal-zehn

Ich sehe mich, schlacksig, die geliebte Freeman-T-Potter-Jeans bis zu den Knieen hochgekrempelt, Minigolfschläger in der Hand, Nadi strahlt in die Kamera, Klassenfahrt. Schnitt. Die Sonne scheint. Auch heute.

Einer sagt, dass er hier auch schon mal war. Auf Durchreise nach München. Endlich am See. Schrecklich langweilig, so sei das gewesen. Wir suchen einen Platz. Auf dem groben Kies am Ufer, einige Halme stehen noch. Wir machen sie platt. Da sind wir.

Der See:
ist kalt, man muss sich etwas überwinden, ab Mitte der Oberschenkel wird es grausam, oberhalb der Achseln schön. Er ist nicht einfach zu beschreiben. Man möchte in die Weite schwimmen, hinüber zu dem blauen Alpenpanorama, zurück in die paradiesisch grüne Bucht, hinab in die tiefe Kälte, den Kopf zum Himmel wenden. Unfassbar das Gefühl. Der See, ein Ganzes, für den Einzelnen unbegreiflich dicht, alles Wasser.

Abends sitzen wir am Ufer. Fast menschenleer. Nur wir und die Welt.

zehn-mal-zehn

03 Juni 2007

Sprachverlust

..., sehr geehrter Herr Hofmannsthal, mehrt sich. Ich werde noch ganz sprachverlustig durch diesen Studienhumbug.
Dem Bäbie, deren ihren self-monitor-Effekt randomisiert wurde, passssssiert nichts in null Komma fünfundachtig Prozent der Fälle.
Bei solchem Wortmissbrauch weiß selbst der turmspringende Germanstikstudent keinen Rat, sondern wirft sich vom Turm, wahlweise aus dem Fenster oder besser noch: den Übeltäter voran. Ansonsten plädiere ich für eine zu erwerbende Sprachlizenz für Professoren, Pisa für Dozenten oder Sprechverbot für den Schänder im gesamten Hochschulkomplex. Im Notfall verhelfen stimmbandverätzende Lösungen aus dem Chemielabor zur Ruhe im Hörsaal.
Im Auftrag einer Kooperation der Legasthenie-Prävention & "Gegen Ohrenbluten"-GmbH, Dr. Barney

Aktuelles Motto: "Tibor und die Motten, ihr seid doch eins."